Donnerstag, 23. Juli 2026

Zwischen Kiel und Dornach: Schwanengesang

AH:  Dies war unsere letzte Nacht und hier unser letzter Blick auf Tiny (als Eigner).

Dabei wollten wir ursprünglich nach Norwegen! Dann löste ein kleines Bächlein im Rumpf eine 180° Kehrtwende aus: Nach Deutschland um das richtig reparieren zu lassen. Und auf dem Weg dorthin war einerseits das Bächlein verschwunden (ich hatte die etwas losen Kielschrauben ordentlich fest gezogen), andererseits schweiften unsere Gedanken weiter: Nordostsee-Kanal und dann in Hooksiel überwintern. Ja,  Wattenmeer mit Ebbe und Flut als neue Herausforderung. 

Parallel wurde die Sicht immer stärker: Eigentlich haben wir unser Ziel (gelbe Tonne in Töre) erreicht und bummeln jetzt zurück ohne wirkliche Perspektive. Auch merkten wir, dass wir uns mehr als früher anstrengen mussten, um Alltägliches zu bewältigen. Als sich dann zeigte, dass Hooksiel mit Tiny nicht ohne Gefahr zu erreichen ist, fiel die Entscheidung: Anzeige in Boot24 . 

Da kam also zunächst ein Herr von Sowieso, der schliesslich fand, dass eine Stehhöhe von 1.32m für ihn nicht wirklich brauchbar sei. Dann jener Peter, der gleich fragte, ob er das Boot gleich weitersegeln könne und wir postwendend antworteteten: Durchaus, wir müssen nur unsere Zahnbürsten heraus nehmen, was dem Peter dann offenbar doch zu eilig war: Wir haben nichts mehr von ihm gehört.

Als Dritter meldete sich dann Mathias mit einer Schweizer TelefonNr.: Für ihn sei es ein Vorteil, dass das Boot unter Schweizer Fahne segle, das spare ihm so manches, was wir natürlich gern bestätigten. Er musste am Montag noch seinen Chef fragen, ob er für Mittwoch mal kurz weg könne. Dieser war einverstanden und Mathias traf per Auto-Flugzeug-Mietauto um 22:40 bei uns ein.  

Dann haben wir gestern morgens bei (dafür) besten Bedingungen einen Testtörn unternommen, in dem Tiny mal gezeigt hat, was sie wirklich kann. Und Abends - schwupp - war er wieder verschwunden, auch ein Bootsbauer mit viel Segel- und Hochseeerfahrung, 99% sicher, aber sicherheitshalber doch noch mal drüber schlafen....

Heute kommt dann sein WhatsApp: Er würde gern unser Tiny-Projekt weiterführen. 100% 

Und wir? Wir nehmen gern Abschied, da wir nun Tiny in guten Händen wissen. Sie hat uns wunderbare Abenteuer ermöglicht, die wir nicht missen wollen, aber bekanntlich soll man aufhören, wenn es am Schönsten ist. 

Ja, es ist wie ein kleiner "Tod". Aber er hat seinen Schrecken verloren, weil wir gut "vererben" konnten. Wir freuten uns (heimlich) über die Initiativkraft und Risikofreude von Mathias, die wir so nicht mehr haben (und auch nicht mehr suchen). Wir sind auf die Tribüne gestiegen, auf der wir begleiten und ermutigen können.

Allerdings haben wir auch schon wieder neue Ideen - vielleicht etwas (alters)gemässer: Aus Tiny wird ein Dachzelt für unseren Caddy und wir verlegen unsere Reisen nun mehr auf festen Untergrund.

Also, wir blättern um: Eine neue leere Seite will beschrieben sein!

Mittwoch, 22. Juli 2026

Kiel: Tiny mal richtig gesegelt!

AH: Also von Abwracken keine Rede mehr - im Gegenteil: Mathias aus der Schweiz kommt über Nacht angereist um sich das Boot anzusehen und wir machen Morgens um 7:00 eine dreistündige Testfahrt bei immer weiter auffrischendem Wind.

Und hast du nicht gesehen, er bringt Tiny zum Dauersurfen  (während Yvonne auffällig still wird). Uns Männern jedenfalls hat es riesig Freude gemacht, Tiny mal auszureizen. 

Tatsächlich, es stimmt, was so mancher Betrachter von Tiny meinte: Sie ist ein schnelles Boot! 

Und so sieht die Besucherstatistik der Anzeige aus:
  

Donnerstag, 16. Juli 2026

Kiel Stickenhörn: Abwracken als Option?

YH: Zunächst die Beschreibung, wie es zu dem Gesinnungswandel kam, doch kein NOK und keine Nordsee:

Gestern nach intensivem Kartenstudium und Foren lesen. Meine Stimmung kippte, ich merkte, dass ich da ein absoluter Grünschnabel bin. Ich müsste mal jemanden fragen können...

Ich schaue am Steg, was es da für Boote hat. Ein grosses aus Bremerhafen. Zwei ältere Personen sitzen in der Plicht. Er, ein sonnengegerbtes Gesicht mit dem Blick eines sehr erfahrenen Seglers. Ich frage, ob ich an Deck kommen darf, ich hätte Fragen. Er, der Nordseesegler seit 30 Jahren, erklärt mir, was ich durch mein Kartenstudium entdeckt hatte: Um diesen langen Schlag kommt man nicht rum. Seine Gattin: “Ja, und sie müssen ja die Elbe ganz raus fahren. Erst bei der letzten grünen Tonne können sie allenfalls ein bisschen abknabbern…“. 

So ging dieses sehr nette Gespräch ein paar Minuten und mir wurde klar: Mit Tiny und unserer gestillten Abenteuerlust wird das nichts.

Besonders die beiden eingezeichneten Wracks fand ich „ermutigend“. (grün ist Watt: fällt bei Ebbe trocken)
 
AH: Wir fahren gerade Verkaufsachterbahn: Meldet sich ein P.: "Ob er das Boot gleich übernehmen könne?" Wir: "Ja, wir müssen nur noch unsere 'Zahnbürsten' herausnehmen." Er: "Uh, das geht aber schnell. - Ich würde gern heute Abend telefonieren!" Am Abend kam dann auch ein Anruf, aber von Eva (Yvonnes Tochter), die sich damit abfinden muss, das unser Tiny-Traum mit einem Erwachen endet: Vielleicht müssen wir Tiny, wenn wir sie nicht los werden, sogar abwracken. Von P. jedenfalls kein Anruf. 

Der nächste Blog-Eintrag wird erst kommen, wenn es etwas Neues gibt....

YH: Spaziergänge strukturieren unsere Tage. Zudem putzen wir Tiny und räumen jedes Fach durch, das tut gut. Und wir sind in näherem Austausch mit einem Kaufinteressenten getreten. Ihm würden wir Tiny gerne übergeben. Das Winterlager ist auch geklärt und am Donnerstag fährt unser Zug heim. Vorher, am Montag, haben wir ein Mietauto und fahren noch zu Verwandten an der Nordsee. Da möchte ich dann mal das Watt sehen …




Mittwoch, 15. Juli 2026

Kiel: Eingang Nord-Ostsee-Kanal: unter lauter stäbigen Booten

YH: Heute haben wir eine flotte Fahrt von Orthmühle bis hier nach Kiel gemacht: den Grossteil segelnd, zur Einfahrt noch etwas mit Motor. Viele Schiffe hat es hier in der Kieler Förde, da ist Sommer ausgebrochen. 

Nun liegen wir startklar bei der Holtenau Schleuse, um morgen in den NOK einfahren zu können. Wir wollen bis Rendsburg kommen. Die Planung mit Hooksiel wurde verworfen. (Unsere) Tiny ist zu zart für die Nordsee. Wir müssten grad von Cuxhafen, mit der richtigen Tide, einen 45 sm Schlag machen. Zu wenig Motorschub, zu unsicher für uns Neulinge. Zu wetterabhängig. 

Ich möchte doch eigentlich einfach Kanalfahrten machen. In Landschaften eintauchen. Deshalb ist die Eider unsere nächstes Idee. Wir haben noch ein paar Tage und vielleicht finden wir ja noch eine Lösung. Für heute sind wir zufrieden hier angekommen.

Neues von der Verkaufsfront: wir haben den Preis nochmals deutlich gesenkt und hoffen, jemand findet Freude an unserer geschätzten Holzkiste in Yachtform.

Sie ist ready to use, beide Seiten (Buge?) sind besegelbar, alles läuft. 

AH optimiert die Bilder fürs Inserat …

Dienstag, 14. Juli 2026

Orthmühle: wir sind in Deutschland zurück …

 

YH: Eine Fahrt unter stechend heisser Sonne, ein Drittel gesegelt, den Rest motort. Meine Zufriedenheit ist nun an diesem Abend gross. Jedes Hölzchen und Löffelchen haben wir wieder zurück gebracht. Wir sind intensiv am Winterlager suchen, da sich die Kaufinteressenten eher bescheiden verhalten. Wenn wir nicht hopplahopp verkaufen können, kommt sie ins Winterlager. 

Gut gehts uns ohnehin:


Die Fehmarnbrücke, eine Marke. 




Montag, 13. Juli 2026

Gedser: Alle Räder stehen still, wenn die Gattin anders will....

 "Alle Räder stehen still, wenn die Gattin anders will...." Diesen Satz des Bootsnachbarn konterte ich zur Belustigung weiterer Zuhörer mit: "Der Mann ist der Kopf - aber die Frau ist der Hals, der den Kopf in die richtige Richtung dreht." - Wie auch immer, nachdem wir also Tiny nicht auf Anhieb los werden, will Yvonne jetzt nach Hooksiel. (Für alle Nicht-Ostrfriesen: Hooksiel liegt nördlich von Willhelmshaven.) Schliesslich haben wir ja noch 2 Wochen Ferien! 


Das heisst im Klartext: Morgen 38sm bis Fehmarn quer über die Ostsee. Deutschland, unser Hauptziel. Übermorgen von Fehmarn nach Kiel durch die Howachter Bucht. Da kommen wir wohl heile durch, weil sie versprochen haben, nicht (auch auf uns nicht) zu schiessen. Dann Nord-Ostsee-Kanal weitere 100km. Da kommen wir dann am anderen Ende an der Elbe heraus. Und das heisst: Mit den Gezeiten (Ebbe/Flut) rechnen. Und davor haben wir uns bisher gedrückt!


Denn auch heute gab es Gezeitenströme: Wir immer tapfer gegenan. (Das geht auf der Elbe nicht mehr, da fahren wir dann rückwärts, wenn wir zur falschen Zeit ablegen.) Heute jedenfalls mit leicht angehobenem Kiel durch den Guldbergsund (20sm) - teilweise Slalom - am Horizont Gewitter, aber wir konnten ihm trotz allem davonfahren. Am Schluss noch Kiel runter und Segel hoch. Bei mässigem Wind gab es dann doch ein Reff, damit sich Tiny nicht zu sehr neigte. Aber der Wind war böig und wechselte dazu gern auch noch die Richtung. Also richtig sportliches Segeln. Schliesslich sind wir sehr zufrieden und wohlbehalten in Gedser angekommen.

Sonntag, 12. Juli 2026

Goldenborg: Die Mäuse verlassen das sinkende Schiff?

 

Die Mäuse verlassen das sinkende Schiff

Noch ein Schritt - und Tiny ist verlassen.... 

Aber so einfach geht das nicht! Unser adliger Hoffnungskäufer (ein von Sowieso) ist abgesprungen. Wie sich das Blatt gewendet hat: Jetzt sind wir enttäuscht, dass wir Tiny nicht so einfach los werden.

Gleichwohl hat sie sich auch heute wieder von ihrer besten Seite gezeigt: Wir sind mit leicht (20 cm) angehobenem Kiel früh morgens los und über einige seichte Stellen gut hinweggekommen. 

Und das ist tückisch: von oben sieht alles gleich aus. Man sieht erst wie tief es wirklich ist, wenn man drüber fährt. Wenn's dann rumpst, dann war es nicht tief genug und bei dem Tempo dürfte dann einiges kaputt gehen. 

Also "stille Wasser sind tief". aber die seichten sind trügerisch....

Jedenfalls wurden uns gegen 17:00 Sintflut-artige Regenmengen versichert, aber bis jetzt sind sie noch nicht gekommen - und der Himmel ist jetzt 23:15 tiefblau.



Wir nutzten die heiss-schwüle Zeit, um noch zu "brugsen" (dänischer COOP) und gegen Abend für einen kleinen Spaziergang,,,,


Samstag, 11. Juli 2026

Gåbense: eine Tonne nach der anderen

AH: Wir machten noch einen Besuch bei einem Baumarkt, aber fanden keinen Farbroller (zu vernünftigen Preisen) dafür noch einen Abstecher zu Brugsen für zwei kleine Törtchen zum Znüni.

Dabei entdeckten wir, dass wir mit der Veröffentlichung der Anzeige in Boot24.ch auch Frieden finden mit dem Verkauf und dem Ende der Tiny-Törns. (Frei für neue Abenteuer....) 

YH: Das Gebiet ist weiterhin untief, wir müssen in ausgebaggerten Rinnen fahren und penibel auf die roten und grünen Fahrwassertonnen achten. 


Auch sind wir nicht alleine, wir begegnen vielen Dänischen Booten. Ermüdend, aber wir sind ihm dankbar, ist das Motorengeräusch unseres Aussenborders. Es hat deutliche Ströme zwischen den Inseln, meist gegen uns.

Nun, wir sind da und darüber sehr froh.






Freitag, 10. Juli 2026

Stege: Kiel 20 cm hochgezogen

 YH: Wir wollen durch den Bøgestrøm fahren. Tiefe 2,2 m, mehrere Meilen. Man sieht den Sandboden, es ist, wie mit Tiny in einem Schwimmbad fahren. Wir reihen uns in die Fahrrinnenfahrer ein und Andreas kurbelt den Kiel noch etwas hoch. Nun haben wir einen Tiefgang von 1,55m, sollte reichen. Diese Furchfahrt erspart uns viele Meilen um Møn herum. Weiter werden wir den Guldborgsund nehmen. 3 Tage enge und untiefe Fahrwasser - zur Abwechslung. 






Heute war es richtig sonnig und heiss. Kein Wind mehr!


Donnerstag, 9. Juli 2026

Roedvig: Wieder einmal hier …

 YH: Hier hat eigentlich meine Segelgeschichte begonnen. Mit einem CCS Törn sind wir im Herbst eine Woche ab Kopenhagen unterwegs gewesen. Weil im Herbst viel Wind ist, hats uns natürlich 2 Nächte in Roedvig eingeweht. Darum gabs eine lange Wanderung auf der Kalksteinküste (ähnlich auf Rügen oder Moens Klint). Heute segelten wir daran entlang, sahen alles vom Wasser aus, die Wanderung noch in lebhafter Erinnerung. Ich verstand damals das Segeln nicht: weshalb man 8 Std. sich einer Situation aussetzt, die ist wie Achterbahn fahren an der Herbstmesse. Einige, auch ich, wurden damals seekrank. Und heute? Zuerst an Kopenhagens Flughafen Kastrup vorbei motort, dann plötzlich Wind aus nicht vorhergesagter Richtung. Wir am Kreuzen, zusammen mit Gegenstrom, kamen wir beinahe nicht vom Fleck. Die Brücke nach Malmö wurde und wurde ncht kleiner. Dann gaben wir auf, motorten ein Stück. Dann drehte der Wind günstig, und wir konnten segeln. Aber irgendwie kamen wir nicht recht voran. Uns wurde klar, wir hatten zeitweise 1,5 kn Gegenstrom.

Am Ende noch ein gesperrter Hafen und dann hier in Roedvig im Päckchen, weil alles knallvoll ist (nach 42 sm). Jetzt ist es ruhig und wir müde. AH will noch irgendwo Fussball schauen gehen, ich werde mich bald in die Koje verziehen.

Brücke nach Malmö


Nun weht die Dänische Gastlandflagge 

Viel Verkehr …

Die Sonne scheint nun sommerlich.

Weiter zum nächsten Hafen: + 10 sm





Mittwoch, 8. Juli 2026

Kopenhagen: 24 sm, immer wieder gesurft

 AH: Der Sturm in Helsingborg legte sich über Nacht, aber es war am Morgen immer noch genügend windig. Auch die Welle stand noch, als wir gegen 10:00 ablegten.

Dann ging die Post ab: Mit halbem Wind - Yvonne am Ruder - surften wir die Wellen hinunter: bis zu 9kn! 

Für Nicht-Segler: Man unterscheidet zwischen Verdränger-Booten und Booten die fähig sind zu surfen. Verdränger-Boote kommen auf Grund ihres tiefen Eintauchens ins Wasser nicht aus ihrer Welle, die sie erzeugen hinaus. Die schnellste Bootgeschwindgkeit entspricht der Wellengeschwindigkeit. Im Gegensatz zu Licht ist bei Schall- und Wasserwellen die Geschwindigkeit von der Wellenlänge abhängig. Je länger die Welle, desto schneller breitet sie sich aus. Also lange Schiffe sind schneller als kurze. Wenn ein Verdränger-Boot versucht schneller zu fahren, als die Welle in der es läuft, müsste es sozusagen die "Schallmauer" durchbrechen. Das führt aber am Ende zu Bruch. Irgend etwas hält die Gewalt, die der Motor ausübt nicht mehr aus und bricht.

Bei surffähigen Booten ist der Rumpf flach. Sie liegen quasi wie ein Brett auf dem Wasser und können auf diese Weise aus der Welle, in der die Verdrängerboote gefangen sind, herausgleiten. Damit sind Geschwindigkeiten möglich, die über die Verdränger-Fahrt hinausgehen. Tinys Rumpfgeschwindigkeit beispielsweise läge bei 6.9kn.

Da nun Yvonne am Ruder war, konnten wir trotz Reff2 ziemlich Lage schieben. Wenn ich am Ruder gewesen wäre, wäre das für sie unerträglich gewesen, aber so hatte sie das Boot in der Hand und merkte, dass die Lage handhabbar blieb. Als ich dann das Ruder übernahm bestand sie doch darauf, dass wir das Vorsegel auch reffen. Als ich schliesslich nachgab, zeigte sich, dass Tiny nicht merkbar langsamer wurde, aber sich viel besser steuern liess.

Kurz: Wenn Tiny das als Werbeveranstaltung bietet, müssen wir sagen: Werbung hat tadellos funktioniert! Wir kamen so schnell in Kopenhagen an und liefen in einen kleinen, alten Hafen ein, keine 100 m von der berühmten Meerjungfrau entfernt. 

YH: heute Morgen war ich einen Moment ganz alleine bei der sinnenden jungen Mermaid. Selber auch in Gedanken. Ein schöner Moment.

So kam denn auch plötzlich der warme Sommer: Der Wind legte sich, als wir angelegt hatten und einkaufen gingen. Dabei haben wir auch der Meerjungfrau noch einen Besuch abgestattet.

Da aber Tiny sich von ihrer besten Seite gezeigt hat, haben wir tatsächlich mit einem (kleinen) Refit begonnen: Der Faekalien-Tank und das alte, nie wirklich funktionierende Kühlaggregat flog raus, dafür kam ein in Helsingborg gekaufter Kühlkasten an diese Stelle - und wir liefen zu alter Frische auf....




Dienstag, 7. Juli 2026

Helsingborg: auch hier Sturm


 


YH: In Helsingborg verbringen wir, verbunden mit einem Einkaufsbummel, wieder einen Hafentag.

Es hat seit dem Nachmittag Sturmböen von 30 - 35 kn. Stundenlang ruckelt es, immerhin hat es nicht so Wellen wie in Mölle. Was aber immer wieder Freude macht, sind die üppigen Blumenkästen, die hier beinahe ohne Giessen gedeihen. 










Montag, 6. Juli 2026

Helsingborg: Nieselregen

 

AH: Nach der zerütteten Nacht wollen wir heute erst ablegen, nachdem sich die Wellen gelegt haben.

Die seelischen Wellen gingen da durchaus parallel: Wie wollen wir mit Tiny weiter umgehen? Verkaufen? Eignergemeinschaft? Doch noch (etwas) weiter machen?

Die Wellen waren auch Wellen des Alterns: Yvonne sieht sich nicht mehr wie ein Hase durch die Hindernisse springen, ich neige zu begleitendem Stöhnen bei so mancher Bewegung. Von mir eher als Kräftetreibsatz empfunden, von Yvonne aber schon mehr Warnsignal.

Auch merken wir, wie wir Routine-Arbeiten (alle 3 Jahre muss die Rettungsinsel überprüft werden, damit wir unseren Flaggenschein verlängern können) nicht mehr als Herausforderung empfinden, sondern sowas uns im Gegenteil eher nervt.

Gründe zu sagen: Tiny - das war's! 

Andererseits: so viele eindrucksvolle Abenteuer! Einfach umblättern? - Seh'n wir mal...

Tatsächlich glätteten sich die Wellen: Der Wind nahm ab, der Himmel trübte sich ein und wie für eine Warmfront üblich: Nieselregen - Motor an - Autopilot an - ich sitze im Regen und kontrolliere immer wieder den (kaum vorhandenen) Verkehr und die gemäss Karte zu erwartenden Seezeichen.

So kommen wir nach 17sm in Helsingborg an, finden einen Platz mit Fingersteg (die einfachste Art anzulegen, man fährt sozusagen in eine nicht überdachte Garage und macht vorn und an den Seiten fest) sind aber auch gut nass. YH: Nun sind wir im Öresund, der Meerenge zwischen Schweden und Dänemark. Bald kreuzen wir unsere Kurslinien aus früheren Reisen. Wir werden Schweden bald verlassen und nach DK übersetzen.

Tut nichts! Wir finden noch eine originelle Beitz und können genüsslich zu Abend speisen. Gegen Ende merke ich, dass ich eine wöchentlich per Zoom stattfndende Arbeit gerade verpasse, was Yvonne lieb quittiert mit "Sollen wir gehen?" und ich ganz dankbar ein "Ja, gern" strahle.

 


Sonntag, 5. Juli 2026

Mölle 2: warten auf das Abflauen des Windes

 YH: Windfinder ist eine gute Wetterapp und prognostiziert Starkwind, der dann auch pünktlich so kommt. Mit zwei anderen Booten liegen wir längsseits am Steg. Perfekte Lage, wenn aber der Wind mit 25 bis 30 Knoten über uns hinweg fegt und die Welle auch in den Hafen drückt, wird es sehr unruhig. Fünf! Landleinen versuchen Tiny in Position zu halten. Im Schiff ist es kaum auszuhalten. 

Also setze ich mich an Land oder mache eine kleine Wanderung. Einer schiebt Wache beim Boot, der andere hat Freistunde. Morgen soll am Nachmittag eine Weiterfahrt möglich sein. 

YH am nächsten Morgen: eine schlimme Nacht! Es war auf Tiny nicht mehr auszuhalten, sie hopste im Hafen auf und ab und zerrte an den Festmachern, wie ein angebundenes, wildes „Rössli“. Nicht schön. 

Ich habe dann bis um zwei Uhr, da hat der Wind und v.a. die Wellen nachgelassen, auf meiner Yoga-Matte ins Sanitärgebäude in einer Duschkabine auf dem Boden gelegen und gedöst. Andreas tapfer auf dem Schiff. 

Einem Folkeboot gegenüber hat es den Mast umgelegt in der Nacht! Bei uns steht noch alles. Aber das war definitiv ein beeindruckendes, allerdings unangenehmes Erlebnis.

Fester Grund ein Gut, Bewegung als Gegensatz. Das Bewegliche und das Feste. Darüber habe ich diese Nacht nachgedacht.🫣

 

Bilder von meinem wunderschönen Ausflug am Sonntagnachmittag:










Samstag, 4. Juli 2026

Mölle: Nach dem Sturm: Welle!

Hier sieht man, wer hier wirklich arbeitet....

AH: Heute gibt es am Nachmittag nachlassenden Wind, ein Fenster, das wir nutzen wollen, denn übermorgen kommt die nächste Ladung.

So machen wir uns gegen 16:15 h fertig zum Ablegen südwärts! Yvonne übernimmt das Ruder (und gibt es 13 sm nicht mehr her). Und sie macht ihren Job wirklich gut.

Denn die Wellen sind beieindruckend. Sie wollen so angesteuert werden, dass das Boot nicht in das nächste Wellental planscht. Zwischen den Wellen gibt es immer wieder Sattel, wo gerade keine Welle steht, da sich hindurch zu schlängeln und trotzdem den Kurs zu halten, ist schon Kunst - Und wenn ich dann auch noch bemerke: "Gegen den Wind wird nichts", dann stimmt das zwar, aber ist trotzdem nicht nett, weil es manchmal einfach nicht anders geht. Ausserdem rufe ich immer wieder einmal: "Kneifen!" (das heisst so hoch an den Wind gehen, wie möglich), da ich uns schon in den Felsklippen stranden sehe, wenn irgendetwas bricht oder ausfällt.) Aber Yvonne entgegnet: "Guck mal auf den Plotter, ich bin schon in Luv von der Kurslinie". Nach guten 2 h kommen wir also durchnässt (zwei grosse Wellen wussten nichts besseres als einzusteigen), doch wohlbehalten an. Müde aber glücklich.

YH: nach der Ankunft, sofort checken, wie der Kielkasten das Ganze mitgemacht hat. Tatsächlich, wenn wir auf Bb Bug segeln, d.h. mit Lage nach links, bleibt alles trocken. Und Lage hatten wir! Das freut mich, die gute Lady hält schon einiges aus.

Wir können längseits an die Kaimauer gehen, weil wir das 3. Boot im Hafen sind. Sonst hätten wir Heckanker werfen müssen und mit dem Bug an die Kaimauer.

Wir gönnen uns ein leckeres Abendessen.








 

Mittwoch, 1. Juli 2026

Torekov: bis Samstag, 4.7.26 hier

YH: Viel, sehr viel Wind (8Bft, in Böen 9Bft) und Regen aus der falschen Richtung kommen heute und morgen - wir bleiben also in unserer gemütlichen Kiste, lesen, denken, spazieren.

AH: Naja, bei solchem Sturm hört die Gemütlichkeit nachts dann schon auf. Tiny wird regelmässig geduscht (siehe Bild links) und zittert in den Böen erbärmlich. Aber innen bleibt es trocken! Draussen dagegen sind wir bei mehreren Einkäufen auch bis auf die Haut geduscht worden.

Bis dahin keine weiteren Blogeinträge.

Unten die Bilder als Ruhe vor dem Sturm....