Dabei wollten wir ursprünglich nach Norwegen! Dann löste ein kleines Bächlein im Rumpf eine 180° Kehrtwende aus: Nach Deutschland um das richtig reparieren zu lassen. Und auf dem Weg dorthin war einerseits das Bächlein verschwunden (ich hatte die etwas losen Kielschrauben ordentlich fest gezogen), andererseits schweiften unsere Gedanken weiter: Nordostsee-Kanal und dann in Hooksiel überwintern. Ja, Wattenmeer mit Ebbe und Flut als neue Herausforderung.
Parallel wurde die Sicht immer stärker: Eigentlich haben wir unser Ziel (gelbe Tonne in Töre) erreicht und bummeln jetzt zurück ohne wirkliche Perspektive. Auch merkten wir, dass wir uns mehr als früher anstrengen mussten, um Alltägliches zu bewältigen. Als sich dann zeigte, dass Hooksiel mit Tiny nicht ohne Gefahr zu erreichen ist, fiel die Entscheidung: Anzeige in Boot24 .
Da kam also zunächst ein Herr von Sowieso, der schliesslich fand, dass eine Stehhöhe von 1.32m für ihn nicht wirklich brauchbar sei. Dann jener Peter, der gleich fragte, ob er das Boot gleich weitersegeln könne und wir postwendend antworteteten: Durchaus, wir müssen nur unsere Zahnbürsten heraus nehmen, was dem Peter dann offenbar doch zu eilig war: Wir haben nichts mehr von ihm gehört.
Als Dritter meldete sich dann Mathias mit einer Schweizer TelefonNr.: Für ihn sei es ein Vorteil, dass das Boot unter Schweizer Fahne segle, das spare ihm so manches, was wir natürlich gern bestätigten. Er musste am Montag noch seinen Chef fragen, ob er für Mittwoch mal kurz weg könne. Dieser war einverstanden und Mathias traf per Auto-Flugzeug-Mietauto um 22:40 bei uns ein.
Dann haben wir gestern morgens bei (dafür) besten Bedingungen einen Testtörn unternommen, in dem Tiny mal gezeigt hat, was sie wirklich kann. Und Abends - schwupp - war er wieder verschwunden, auch ein Bootsbauer mit viel Segel- und Hochseeerfahrung, 99% sicher, aber sicherheitshalber doch noch mal drüber schlafen....
Heute kommt dann sein WhatsApp: Er würde gern unser Tiny-Projekt weiterführen. 100%
Und wir? Wir nehmen gern Abschied, da wir nun Tiny in guten Händen wissen. Sie hat uns wunderbare Abenteuer ermöglicht, die wir nicht missen wollen, aber bekanntlich soll man aufhören, wenn es am Schönsten ist.
Ja, es ist wie ein kleiner "Tod". Aber er hat seinen Schrecken verloren, weil wir gut "vererben" konnten. Wir freuten uns (heimlich) über die Initiativkraft und Risikofreude von Mathias, die wir so nicht mehr haben (und auch nicht mehr suchen). Wir sind auf die Tribüne gestiegen, auf der wir begleiten und ermutigen können.
Allerdings haben wir auch schon wieder neue Ideen - vielleicht etwas (alters)gemässer: Aus Tiny wird ein Dachzelt für unseren Caddy und wir verlegen unsere Reisen nun mehr auf festen Untergrund.
Also, wir blättern um: Eine neue leere Seite will beschrieben sein!


















































