Samstag, 4. Juli 2026

Mölle: Nach dem Sturm: Welle!

Hier sieht man, wer hier wirklich arbeitet....

AH: Heute gibt es am Nachmittag nachlassenden Wind, ein Fenster, das wir nutzen wollen, denn übermorgen kommt die nächste Ladung.

So machen wir uns gegen 16:15 h fertig zum Ablegen südwärts! Yvonne übernimmt das Ruder (und gibt es 13 sm nicht mehr her). Und sie macht ihren Job wirklich gut.

Denn die Wellen sind beieindruckend. Sie wollen so angesteuert werden, dass das Boot nicht in das nächste Wellental planscht. Zwischen den Wellen gibt es immer wieder Sattel, wo gerade keine Welle steht, da sich hindurch zu schlängeln und trotzdem den Kurs zu halten, ist schon Kunst - Und wenn ich dann auch noch bemerke: "Gegen den Wind wird nichts", dann stimmt das zwar, aber ist trotzdem nicht nett, weil es manchmal einfach nicht anders geht. Ausserdem rufe ich immer wieder einmal: "Kneifen!" (das heisst so hoch an den Wind gehen, wie möglich), da ich uns schon in den Felsklippen stranden sehe, wenn irgendetwas bricht oder ausfällt.) Aber Yvonne entgegnet: "Guck mal auf den Plotter, ich bin schon in Luv von der Kurslinie". Nach guten 2 h kommen wir also durchnässt (zwei grosse Wellen wussten nichts besseres als einzusteigen), doch wohlbehalten an. Müde aber glücklich.

YH: nach der Ankunft, sofort checken, wie der Kielkasten das Ganze mitgemacht hat. Tatsächlich, wenn wir auf Bb Bug segeln, d.h. mit Lage nach links, bleibt alles trocken. Und Lage hatten wir! Das freut mich, die gute Lady hält schon einiges aus.

Wir können längseits an die Kaimauer gehen, weil wir das 3. Boot im Hafen sind. Sonst hätten wir Heckanker werfen müssen und mit dem Bug an die Kaimauer.

Wir gönnen uns ein leckeres Abendessen.








 

Mittwoch, 1. Juli 2026

Torekov: bis Samstag, 4.7.26 hier

YH: Viel, sehr viel Wind (8Bft, in Böen 9Bft) und Regen aus der falschen Richtung kommen heute und morgen - wir bleiben also in unserer gemütlichen Kiste, lesen, denken, spazieren.

AH: Naja, bei solchem Sturm hört die Gemütlichkeit nachts dann schon auf. Tiny wird regelmässig geduscht (siehe Bild links) und zittert in den Böen erbärmlich. Aber innen bleibt es trocken! Draussen dagegen sind wir bei mehreren Einkäufen auch bis auf die Haut geduscht worden.

Bis dahin keine weiteren Blogeinträge.

Unten die Bilder als Ruhe vor dem Sturm.... 







Torekov: eine seglerische Charmoffensive

 YH: Heute um 10:00, nach einem herrlichen Bad im 24 Grad warmen Kattegat und einem inspirierenden Schwatz mit dem Stegnachbarn (er hat sein Boot einem sehr geschmackvollen Refit unterzogen), legten wir bereits ab. Nun also immer Richtung Deutschland. Der Wind beeinflusst die Entscheidungen massgeblich, er soll im Tagesverlauf abnehmen, d. h. zeitig raus.  So hissten wir, kaum ausserhalb des Hafens, alle Segel. Ein konstanter Wind zwischen 7 bis 10 kn, halber Wind für uns, bliess uns in gut vier Stunden 18 sm nach Torekov. Keine Welle, keine weiteren Segler, blauer Himmel, angeregte Gespräche. 
Das war ein solch perfekter Tag und stand in krassem Gegensatz zu gestern. Unsere Zukunftsfragen sind zwar immer noch offen, aber wir bald im Öresund. Ein Bildeindruck rundet den Tag ab.












Dienstag, 30. Juni 2026

Skallkroken: Divorsity Chanel >> Rolling Home


Der Götakanal wird auch Divorsity Chanel genannt, wie wir gestern Abend hörten. Wir haben ihn ja unentzweit hinter uns gebracht, aber ...

10:00 haben wir abgelegt - Ziel Nord (Oslo). Nach 1h mit strammem Wind auf Steuerbord-Bug bittet mich Yvonne, die tapfer am Ruder sitzt und versucht nicht zuviel Lage zu bekommen, ich möge doch mal nachsehen, was der Kielkasten macht. (Er hatte sich ja im letzten Sommer durch Wassereintritt in Szene gesetzt.) Er rünnt! Bereits 1L Wasser schwappt in der Bilge.

 

Damit in noch rauere Gewässer (Skagerak!)? Macht keinen Sinn! Also 180° Kehrtwende und zurück nach Deutschland. So segelten wir 32 sm Richtung Süden und landeten in einem kleinen Häfchen, dessen Dalben so eng standen, dass wir nur mit Schwung hindurch kamen, aber dann ein stilles Plätzchen sogar mit Stromversorgung gefunden haben.

Auf einem Hügel mit weitem Blick auf's Kattegat haben wir dann begonnen zu überlegen: Wie weiter? Yvonne fand: Es reicht - dauernd ist irgendetwas defekt - Rolling home! Tiny hat uns wunderschöne Erlebnisse ermöglicht, aber wir werden langsam zu alt, um die jeweils neuen Herausforderungen zu stemmen. (Eine Reparatur des Kielkastens ist extrem teuer >10'000 €). Ich dagegen bin eher traurig: Die viele Liebe und Arbeit, die wir da 'reingesteckt haben! Also doch Divorsity Chanel? Wir <<>> Tiny?

Wir wollen mal drüber schlafen.... 



Montag, 29. Juni 2026

Getterön: Sie schwimmt wieder

(YH) Ein grosser Tag, um zehn werden wir abgeholt (mitten in einer grösseren Reparatur. Die Einschweisserei, der Regen oder was auch immer, unsere Heckkörbe und Relingsdrähte sind stark verbogen.) Andreas wird sicher noch was dazu schreiben.
(AH) Ja, die Heckkörbe waren jämmerlich verbogen, aber mit HauRuck haben wir sie wieder (einigermassen) gerade bekommen. Jetzt sind die Relingsdrähte wieder einigermassen gespannt.

(YH) Jedenfalls wurde Tiny abgeholt und mit stehendem Mast ins Wasser gesetzt. Danach geht viel Arbeit los. Segel vorbereiten, Bugskisten reinigen, Einkaufen, etc. Aber das finden wir ja schön. Ja. Stimmt. Und der Wind pfeifft ordentlich im Hafen, 5 Bft. Da würden wir ohnehin nicht raus wollen.





(AH) Die (leider immer noch nicht quadratische) Fahne weht wieder, aber die schwedische Gastlandflagge ist, so marode, dass der Faden, an dem sie befestigt ist, gerissen ist. Hab sie notdürftig fest geknotet, wenn sie über Bord geht, haben wir eine neue verdient.  




Sonntag, 28. Juni 2026

Der Kluge "reist" im Zuge...

Der Kluge "reist" im Zuge

(AH) Die Gänsefüsschen! Wenn sie nicht ständen, wäre es nicht ein erlebnisreicher, sondern ein angenehmer Tag geworden....
Es ging eben los um 8:00 ab der Bushaltestelle mit dem Huhn. (Ich wolt ich wär ein Huhn....) So weit so gut. Da es Samstag ist, müsste ich Huhn ja nur ein Ei legen. Aber bekanntlich kommt nach dem Samstag der Sonntag mit den zwei Eiern.

Aber bleiben wir mal erst bei dem Samstag: Der ICE nach Hamburg verspätet sich wegen eines Feuerwehreinsatzes zwischen Freiburg und Basel - Dauer unbekannt. (Selbst das eine Ei fängt schon an zu klemmen.) Doch auf die Deutsche Bahn ist - wie immer - Verlass: Der Zug kommt tatsächlich (wenn auch 1h später) nach Basel. Zeit um in angeregte Diskussionen zu verfallen: Yvonne: "Der kommt aus Zürich, die kommen alle aus Zürich." Ich: "Dann wäre er doch schon da und würde hier warten." Auf jeden Fall warten wir hier - und wie sich bald zeigen wird - auf dem falschen Bahnsteig. Oder heisst das jetzt richtiger Bahnkante?  Egal, da wir ja die Umwelt schonen wollen und die 1. Klasse gewöhnlich auch nicht schneller ist als die 2. Klasse, haben wir uns Bequemlichkeit spendiert und stehen also schon am Kopf des gar nicht hier einfahren werdenden Zuges. Was Yvonne mit einem "Siehste!" quittiert. (Sie steigt im Gegensatz zu mir gern in die Zugmitte ein.) Also tatsächlich, er hat den Feuerwehreinsatz offenbar erfolgreich passiert und kommt ganz leer am (ursprünglich) vorhergesagten Bahnsteig an.
Wir wollen nicht verschweigen, dass die Deutsche Bahn für unser Wochenende eine Empfehlung herausgegeben hat: Wenn es sich vermeiden lässt: nicht am Wochenende reisen, wegen Extremwetter-Bedingungen. Als ob die Anzahl der Reisenden grossen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Bahn hätte. 
Die Reise gleicht nun einer schief geknöpften Jacke: Du kannst knöpfen soviel du willst, es wird dadurch nicht richtiger! Wir waren also aus dem Takt gekommen und standen immer wieder auf offener Strecke. Selbst die Zugbegleiterin verabschiedete sich mit einer Entschuldigung für diesen chaotischen Tag! (O-Ton) Für die letzten 40 Km beispielsweise brauchten wir mehr als 1h. (Ok auf dem Rennrad bin ich trotzdem noch langsamer, insofern hat sich die 1. Klasse doch gelohnt!
Ja, wir erreichen Hamburg HBF in sengender Hitze. Immerhin trotz der zunehmenden Verspätung: Der Anschlusszug nach Kopenhagen (aus Prag) kommt noch später, wir werden ihn also erreichen! 
Noch später? Noch vieeel später: 5.5h später. Auch hier Gleis 8 - Gleis 5 - Gleis 8. Und dann kommt er gegenüber dem Wagenstandanzeiger verkehrt herum - mit anderen Worten, wir stehen wieder am falschen Ende (Yvonne: "Sieste") Aber damit war das Einsteigen nicht erledigt: Sie ist jetzt so unter Stress, dass sie auf jeden Fall in den nächsten Wagen einsteigen will (Dabei-Sein ist alles!), ich aber - wenn schon, denn schon - will in die 1. Klasse und schwanke zwischen Machtwort und lieb Zureden. Ok, Machtwort ist ultima ratio, läuft also nicht weg. Erstmal lieb aber auch eindringlich, indem ich ihr zwar gut zurede, aber bereits Wagen für Wagen weiter schreite. Y: "Der fährt gleich ab!!!" Ich: "Genau - und lässt die einsteigen wollende Menschentraube auf der Kante stehen! Komm wir haben Zeit genug!" und gehe weiter. Genervt und mürrisch folgt sie. Am Ende finden wir unseren Platz und machen es uns - soweit die Hitze erlaubt - gemütlich,
Tatsächlich passieren wir nun Innen- und Aussenalster, sogar Hamburg Dammtor und laufen in Altona ein (ja die Ringelnatz'schen  zwei Ameisen wollten zwar nach Australien, aber auch ihnen wurde Altona zum Verhängnis) so auch uns: "Der Zug nach Kopenhagen endet hier: Alles aussteigen!".
Vor dem Schalter der Deutschen Bahn bildete sich alsbald eine min. 300 Kopf starke Traube, die immerhin nicht wie kopflose Hühner (zwei Eier sind wirklich ein Ei zuviel) herum rannten oder gackerten, aber doch irgendwie beraten sein wollten, wie sie nun weiter kommen.

Meine Reiseberaterin (Yvonne) fand; komm wir nehmen einen Bummler nach Elsmhorn und von da aus weiter nach Flensburg und da können wir immer noch ein Hotel suchen. Ja, klar! Machen wir: In Elmshorn wollte ich dann mal auf die Toilette. Auf dem "Bahnhof": Fehlanzeige! Ich gehe also möglichst seriös soll heissen unauffällig in die nächste Gaststube. Schon erwischt mich der Inhaber auf der Treppe: Die Toilette ist leider total verstopft - unbenutzbar. Erstaunlicherweise schiebt er gleich nach: Er könnte mir das beweisen... Ich winke dankend ab. Die andere Toilette liegt 200m ausserhalb des Bahnhofs und ist verschlossen! So eine Sch...... Ich will nun aber auch den Zug nicht verpassen und renne zurück.
Aber dummerweise fehlt in Elmshorn diesem Zug der Zugteil, der nach Flensburg fährt, also trotzdem rein in falschen Zugteil (nach Kiel). In Neumünster kommt dann der nächste Planmässige 1h später. Kurz: Bald nach Mitternacht erreichen wir Flensburg. 
 
Mittlerweile hat Yvonne gesehen, dass es einen Flixbus gibt, der von Flensburg nach Kopenhagen fährt. 
Oh nein, schon wieder Flixbus, die letzte Fahrt nach Hamburg erinnere ich noch zu gut als Schlafberaubung. 
 
Egal! Auf dem Bahnhof treffen wir zwei ebenfalls hier gestrandete, junge Schweden, die unseren Flixbussss-Tipp freudig übernehmen. 

Dadurch (mit uns und ihnen) Bus voll! Abfahrt 2:30 in drastischem Wetterleuchten. 

Dieser Bus ist tatsächlich pünktlich, und der Regen treffsicher. 

Im Flixbus starte ich dann von meinem Handy aus zuhause meine kleine Sternwarte: M 27 und freue mich wie ein Huhn: es geht tatsächlich!

Und, oha, sogar ein Dämmerschlaf im vom Regen gepeitschten Flixbus ist möglich!
In Kopenhagen suchen wir dann morgens um 7:00 unser ja bereits gebuchtes Hotel auf um zu Frühstücken und noch auszuschlafen. 

Das Frühstück ist allerdings keine Empfehlung. Immerhin lässt der Regen nach.

Und immer wieder neues Planen - oder auch Neues planen....
Also bald in den ja seit langem gebuchten Zug nach Varberg - auch bummsvoll. 

Aber die Laune bessert sich und wir kommen langsam an die letzte Meile.
Ja voila: schliesslich steht Tiny in Varberg unversehrt...
Geplante Reparaturen füllen den Rest des Tages und die Bordbatterie den Akku meines Labtops. 

Ich Huhn habe das falsche Netzgerät dabei. Und ohne Lappi kann ich diesen Blog nicht richtig formatieren. Deshalb kommt das Reisewochenende jetzt erst, dafür als geballte Ladung.