Montag, 6. Juli 2026

Helsingborg: Nieselregen

 

AH: Nach der zerütteten Nacht wollen wir heute erst ablegen, nachdem sich die Wellen gelegt haben.

Die seelischen Wellen gingen da durchaus parallel: Wie wollen wir mit Tiny weiter umgehen? Verkaufen? Eignergemeinschaft? Doch noch (etwas) weiter machen?

Die Wellen waren auch Wellen des Alterns: Yvonne sieht sich nicht mehr wie ein Hase durch die Hindernisse springen, ich neige zu begleitendem Stöhnen bei so mancher Bewegung. Von mir eher als Kräftetreibsatz empfunden, von Yvonne aber schon mehr Warnsignal.

Auch merken wir, wie wir Routine-Arbeiten (alle 3 Jahre muss die Rettungsinsel überprüft werden, damit wir unseren Flaggenschein verlängern können) nicht mehr als Herausforderung empfinden, sondern sowas uns im Gegenteil eher nervt.

Gründe zu sagen: Tiny - das war's! 

Andererseits: so viele eindrucksvolle Abenteuer! Einfach umblättern? - Seh'n wir mal...

Tatsächlich glätteten sich die Wellen: Der Wind nahm ab, der Himmel trübte sich ein und wie für eine Warmfront üblich: Nieselregen - Motor an - Autopilot an - ich sitze im Regen und kontrolliere immer wieder den (kaum vorhandenen) Verkehr und die gemäss Karte zu erwartenden Seezeichen.

So kommen wir nach 17sm in Helsingborg an, finden einen Platz mit Fingersteg (die einfachste Art anzulegen, man fährt sozusagen in eine nicht überdachte Garage und macht vorn und an den Seiten fest) sind aber auch gut nass. YH: Nun sind wir im Öresund, der Meerenge zwischen Schweden und Dänemark. Bald kreuzen wir unsere Kurslinien aus früheren Reisen. Wir werden Schweden bald verlassen und nach DK übersetzen.

Tut nichts! Wir finden noch eine originelle Beitz und können genüsslich zu Abend speisen. Gegen Ende merke ich, dass ich eine wöchentlich per Zoom stattfndende Arbeit gerade verpasse, was Yvonne lieb quittiert mit "Sollen wir gehen?" und ich ganz dankbar ein "Ja, gern" strahle.

 


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