Samstag, 11. Juli 2026

Gåbense: eine Tonne nach der anderen

AH: Wir machten noch einen Besuch bei einem Baumarkt, aber fanden keinen Farbroller (zu vernünftigen Preisen) dafür noch einen Abstecher zu Brugsen für zwei kleine Törtchen zum Znüni.

Dabei entdeckten wir, dass wir mit der Veröffentlichung der Anzeige in Boot24.ch auch Frieden finden mit dem Verkauf und dem Ende der Tiny-Törns. (Frei für neue Abenteuer....) 

YH: Das Gebiet ist weiterhin untief, wir müssen in ausgebaggerten Rinnen fahren und penibel auf die roten und grünen Fahrwassertonnen achten. 


Auch sind wir nicht alleine, wir begegnen vielen Dänischen Booten. Ermüdend, aber wir sind ihm dankbar, ist das Motorengeräusch unseres Aussenborders. Es hat deutliche Ströme zwischen den Inseln, meist gegen uns.

Nun, wir sind da und darüber sehr froh.






Freitag, 10. Juli 2026

Stege: Kiel 20 cm hochgezogen

 YH: Wir wollen durch den Bøgestrøm fahren. Tiefe 2,2 m, mehrere Meilen. Man sieht den Sandboden, es ist, wie mit Tiny in einem Schwimmbad fahren. Wir reihen uns in die Fahrrinnenfahrer ein und Andreas kurbelt den Kiel noch etwas hoch. Nun haben wir einen Tiefgang von 1,55m, sollte reichen. Diese Furchfahrt erspart uns viele Meilen um Møn herum. Weiter werden wir den Guldborgsund nehmen. 3 Tage enge und untiefe Fahrwasser - zur Abwechslung. 






Heute war es richtig sonnig und heiss. Kein Wind mehr!


Donnerstag, 9. Juli 2026

Roedvig: Wieder einmal hier …

 YH: Hier hat eigentlich meine Segelgeschichte begonnen. Mit einem CCS Törn sind wir im Herbst eine Woche ab Kopenhagen unterwegs gewesen. Weil im Herbst viel Wind ist, hats uns natürlich 2 Nächte in Roedvig eingeweht. Darum gabs eine lange Wanderung auf der Kalksteinküste (ähnlich auf Rügen oder Moens Klint). Heute segelten wir daran entlang, sahen alles vom Wasser aus, die Wanderung noch in lebhafter Erinnerung. Ich verstand damals das Segeln nicht: weshalb man 8 Std. sich einer Situation aussetzt, die ist wie Achterbahn fahren an der Herbstmesse. Einige, auch ich, wurden damals seekrank. Und heute? Zuerst an Kopenhagens Flughafen Kastrup vorbei motort, dann plötzlich Wind aus nicht vorhergesagter Richtung. Wir am Kreuzen, zusammen mit Gegenstrom, kamen wir beinahe nicht vom Fleck. Die Brücke nach Malmö wurde und wurde ncht kleiner. Dann gaben wir auf, motorten ein Stück. Dann drehte der Wind günstig, und wir konnten segeln. Aber irgendwie kamen wir nicht recht voran. Uns wurde klar, wir hatten zeitweise 1,5 kn Gegenstrom.

Am Ende noch ein gesperrter Hafen und dann hier in Roedvig im Päckchen, weil alles knallvoll ist (nach 42 sm). Jetzt ist es ruhig und wir müde. AH will noch irgendwo Fussball schauen gehen, ich werde mich bald in die Koje verziehen.

Brücke nach Malmö


Nun weht die Dänische Gastlandflagge 

Viel Verkehr …

Die Sonne scheint nun sommerlich.

Weiter zum nächsten Hafen: + 10 sm





Mittwoch, 8. Juli 2026

Kopenhagen: 24 sm, immer wieder gesurft

 AH: Der Sturm in Helsingborg legte sich über Nacht, aber es war am Morgen immer noch genügend windig. Auch die Welle stand noch, als wir gegen 10:00 ablegten.

Dann ging die Post ab: Mit halbem Wind - Yvonne am Ruder - surften wir die Wellen hinunter: bis zu 9kn! 

Für Nicht-Segler: Man unterscheidet zwischen Verdränger-Booten und Booten die fähig sind zu surfen. Verdränger-Boote kommen auf Grund ihres tiefen Eintauchens ins Wasser nicht aus ihrer Welle, die sie erzeugen hinaus. Die schnellste Bootgeschwindgkeit entspricht der Wellengeschwindigkeit. Im Gegensatz zu Licht ist bei Schall- und Wasserwellen die Geschwindigkeit von der Wellenlänge abhängig. Je länger die Welle, desto schneller breitet sie sich aus. Also lange Schiffe sind schneller als kurze. Wenn ein Verdränger-Boot versucht schneller zu fahren, als die Welle in der es läuft, müsste es sozusagen die "Schallmauer" durchbrechen. Das führt aber am Ende zu Bruch. Irgend etwas hält die Gewalt, die der Motor ausübt nicht mehr aus und bricht.

Bei surffähigen Booten ist der Rumpf flach. Sie liegen quasi wie ein Brett auf dem Wasser und können auf diese Weise aus der Welle, in der die Verdrängerboote gefangen sind, herausgleiten. Damit sind Geschwindigkeiten möglich, die über die Verdränger-Fahrt hinausgehen. Tinys Rumpfgeschwindigkeit beispielsweise läge bei 6.9kn.

Da nun Yvonne am Ruder war, konnten wir trotz Reff2 ziemlich Lage schieben. Wenn ich am Ruder gewesen wäre, wäre das für sie unerträglich gewesen, aber so hatte sie das Boot in der Hand und merkte, dass die Lage handhabbar blieb. Als ich dann das Ruder übernahm bestand sie doch darauf, dass wir das Vorsegel auch reffen. Als ich schliesslich nachgab, zeigte sich, dass Tiny nicht merkbar langsamer wurde, aber sich viel besser steuern liess.

Kurz: Wenn Tiny das als Werbeveranstaltung bietet, müssen wir sagen: Werbung hat tadellos funktioniert! Wir kamen so schnell in Kopenhagen an und liefen in einen kleinen, alten Hafen ein, keine 100 m von der berühmten Meerjungfrau entfernt. 

YH: heute Morgen war ich einen Moment ganz alleine bei der sinnenden jungen Mermaid. Selber auch in Gedanken. Ein schöner Moment.

So kam denn auch plötzlich der warme Sommer: Der Wind legte sich, als wir angelegt hatten und einkaufen gingen. Dabei haben wir auch der Meerjungfrau noch einen Besuch abgestattet.

Da aber Tiny sich von ihrer besten Seite gezeigt hat, haben wir tatsächlich mit einem (kleinen) Refit begonnen: Der Faekalien-Tank und das alte, nie wirklich funktionierende Kühlaggregat flog raus, dafür kam ein in Helsingborg gekaufter Kühlkasten an diese Stelle - und wir liefen zu alter Frische auf....




Dienstag, 7. Juli 2026

Helsingborg: auch hier Sturm


 


YH: In Helsingborg verbringen wir, verbunden mit einem Einkaufsbummel, wieder einen Hafentag.

Es hat seit dem Nachmittag Sturmböen von 30 - 35 kn. Stundenlang ruckelt es, immerhin hat es nicht so Wellen wie in Mölle. Was aber immer wieder Freude macht, sind die üppigen Blumenkästen, die hier beinahe ohne Giessen gedeihen. 










Montag, 6. Juli 2026

Helsingborg: Nieselregen

 

AH: Nach der zerütteten Nacht wollen wir heute erst ablegen, nachdem sich die Wellen gelegt haben.

Die seelischen Wellen gingen da durchaus parallel: Wie wollen wir mit Tiny weiter umgehen? Verkaufen? Eignergemeinschaft? Doch noch (etwas) weiter machen?

Die Wellen waren auch Wellen des Alterns: Yvonne sieht sich nicht mehr wie ein Hase durch die Hindernisse springen, ich neige zu begleitendem Stöhnen bei so mancher Bewegung. Von mir eher als Kräftetreibsatz empfunden, von Yvonne aber schon mehr Warnsignal.

Auch merken wir, wie wir Routine-Arbeiten (alle 3 Jahre muss die Rettungsinsel überprüft werden, damit wir unseren Flaggenschein verlängern können) nicht mehr als Herausforderung empfinden, sondern sowas uns im Gegenteil eher nervt.

Gründe zu sagen: Tiny - das war's! 

Andererseits: so viele eindrucksvolle Abenteuer! Einfach umblättern? - Seh'n wir mal...

Tatsächlich glätteten sich die Wellen: Der Wind nahm ab, der Himmel trübte sich ein und wie für eine Warmfront üblich: Nieselregen - Motor an - Autopilot an - ich sitze im Regen und kontrolliere immer wieder den (kaum vorhandenen) Verkehr und die gemäss Karte zu erwartenden Seezeichen.

So kommen wir nach 17sm in Helsingborg an, finden einen Platz mit Fingersteg (die einfachste Art anzulegen, man fährt sozusagen in eine nicht überdachte Garage und macht vorn und an den Seiten fest) sind aber auch gut nass. YH: Nun sind wir im Öresund, der Meerenge zwischen Schweden und Dänemark. Bald kreuzen wir unsere Kurslinien aus früheren Reisen. Wir werden Schweden bald verlassen und nach DK übersetzen.

Tut nichts! Wir finden noch eine originelle Beitz und können genüsslich zu Abend speisen. Gegen Ende merke ich, dass ich eine wöchentlich per Zoom stattfndende Arbeit gerade verpasse, was Yvonne lieb quittiert mit "Sollen wir gehen?" und ich ganz dankbar ein "Ja, gern" strahle.

 


Sonntag, 5. Juli 2026

Mölle 2: warten auf das Abflauen des Windes

 YH: Windfinder ist eine gute Wetterapp und prognostiziert Starkwind, der dann auch pünktlich so kommt. Mit zwei anderen Booten liegen wir längsseits am Steg. Perfekte Lage, wenn aber der Wind mit 25 bis 30 Knoten über uns hinweg fegt und die Welle auch in den Hafen drückt, wird es sehr unruhig. Fünf! Landleinen versuchen Tiny in Position zu halten. Im Schiff ist es kaum auszuhalten. 

Also setze ich mich an Land oder mache eine kleine Wanderung. Einer schiebt Wache beim Boot, der andere hat Freistunde. Morgen soll am Nachmittag eine Weiterfahrt möglich sein. 

YH am nächsten Morgen: eine schlimme Nacht! Es war auf Tiny nicht mehr auszuhalten, sie hopste im Hafen auf und ab und zerrte an den Festmachern, wie ein angebundenes, wildes „Rössli“. Nicht schön. 

Ich habe dann bis um zwei Uhr, da hat der Wind und v.a. die Wellen nachgelassen, auf meiner Yoga-Matte ins Sanitärgebäude in einer Duschkabine auf dem Boden gelegen und gedöst. Andreas tapfer auf dem Schiff. 

Einem Folkeboot gegenüber hat es den Mast umgelegt in der Nacht! Bei uns steht noch alles. Aber das war definitiv ein beeindruckendes, allerdings unangenehmes Erlebnis.

Fester Grund ein Gut, Bewegung als Gegensatz. Das Bewegliche und das Feste. Darüber habe ich diese Nacht nachgedacht.🫣

 

Bilder von meinem wunderschönen Ausflug am Sonntagnachmittag: